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Thiers, welcher zwar nicht wie die Doktrinaire denkt, aber jetzt im Sinne dieser Partei spricht, hat ihr in der letzten Zeit nicht geringen Vorschub geleistet. Dieser Indifferentist von der tiefsten Art, der so wunderbar Maaß zu halten weiß in der Klarheit, Verständigkeit und Veranschaulichung seiner Schreibweise, dieser Goethe der Politik, ist gewiss in diesem Augenblicke der mächtigste Verfechter des Perierschen Systems.

Denn wenn Hr. Guizot der Meinung ist, dass eine Regierung unpopulär sein müsse, so dehnt Hr. Thiers dies Prädikat bis auf die Deputierten aus. Da er von Staat und Geschichte keine systematische, sondern nur eine fatalistische Ansicht hat, so gehört er nicht eigentlich zu den Doktrinairs, aber er stimmt mit ihnen. In der vorjährigen Sitzung, als er zum ersten Male die Tribune betrat, und zu sprechen anfing, erschrak die Kammer über die völlig heisere, klanglos krächzende Stimme, die aus dem winzig kleinen Männlein hervorkam; jedermann dachte an Demosthenes, denn so wenig die Natur diesen zum Redner bestimmt zu haben schien, so und noch weniger Hrn. Thiers. Er debütierte damit, dass er Drohungen über die Kammer ausschüttete, falls sie sich weigere, in gewisse Finanzoperationen der damaligen Verwaltung, deren Mitglied er war, einzugehen; worauf er wegen dieses unparlamentarischen Benehmens von einem übrigens halbdunkeln Deputierten, Hrn. Sapey, dermaßen misshandelt wurde, dass er im Laufe derselben Sitzung nicht wieder laut geworden ist. Späterhin, in der gegenwärtigen Kammer, hat er sich jedoch von neuem aufgerafft und gehoben. Man schätzt ihn besonders seiner Finanzkenntnisse halber, die er als Mitglied des Staatsrats sehr vorteilhaft für sich und den Staat angewandt haben soll. Er ist vielleicht der lichteste Kopf unter den Deputierten, sodass die Doktrinairs selbst schwer begreifen, wie er mit ihnen votieren mag; sein Verstand ist durch die Nebel keines Systems getrübt, aber auch durch keine Bewegung des Gemüts beunruhigt; es wird von ihm erzählt, er habe nur einen intimen Freund, und dieser könne ihn nicht leiden.
 

 

 

 

 

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